Jugendämter Deutschland

Presseberichte

Inobhutnahme - Jugendamt hat sich nicht an die Regeln gehalten

04.04.2012 | 18:16 Uhr

Inobhutnahme - Jugendamt hat sich nicht an die Regeln gehalten
Eingriffe ins Sorgerecht von Eltern hat bei einer Gefährdung des Kindeswohls vor einer Inobhutnahme des Kindes ein Familienrichter zu entscheiden. Foto: Dirk Bauer

Bottrop.   Das Jugendamt muss vor der Inobhutnahme eines Kindes die Entscheidung eines Richters abwarten - es sei denn, dazu fehlt wegen akuter Gefahr tatsächlich die Zeit. Das Verwaltungsgericht sieht es sogar als Missbrauch an, wenn das Amt sich unter Umgehung des Familiengerichtes an Elternstelle setzt.

Das Kind hatte blaue Flecken. Eine Mitarbeiterin des Kinderhauses FleX und seine Mutter brachten es in die Klinik. Das wenige Monate alte Kind kam als Frühchen auf die Welt. Es hatte an einer Schädigung des Gehirns gelitten. Es sollte regelmäßig untersucht werden.

Die Ärzte wollten das Kind länger da behalten, da es die blauen Flecken auf der Stirn, der Wange und dem Brustkorb aufwies. Seine Mutter wollte das nicht. Ein Oberarzt überzeugte sie aber mit dem Hinweis, dass er sonst Polizei und Jugendamt unterrichten werde. Also unterschrieb die Frau die Aufnahmepapiere.

Massiv ins elterliche Sorgerecht eingegriffen

Am selben Tag nahm das Jugendamt das Kind „aufgrund akuter Gefährdung des Kindeswohls“ in Obhut. Das bedeutete, dass die Mutter es nicht zurückbekommen würde. „Hier hat sich das Jugendamt nicht an die Regeln gehalten“, erklärt Rechtsanwalt Joachim Sturm. Eine Inobhutnahme sei „die letzte Maßnahme, die man ergreifen darf“, betonte er, und das muss vorher ein Richter entscheiden.

Ein Familienrichter konnte aber erst fünf Tage später feststellen, dass die Inobhutnahme nicht gerechtfertigt war. Die Kritik des Amtsgerichtes fiel deutlich aus: „Das Jugendamt hat es für erforderlich gehalten, aufgrund eines blauen Flecks massiv in das elterliche Sorgerecht einzugreifen und das Kind aus der elterlichen Obhut herauszunehmen und fremd unterzubringen. Dies ist eine völlig unverhältnismäßige Maßnahme, die auch nicht erforderlich war, um eine Gefährdung des Kindes abzuwenden“. Das Jugendamt habe ja „sogar einen Antrag auf teilweise Entziehung des Sorgerechts gestellt“, wunderte sich der Familienrichter. Bei einer späteren Verhandlung vor dem Amtsgericht stellte ein Rechtsmediziner fest, dass die Blutergüsse des Kindes nicht Folge einer Misshandlung seien. „Dann wären umfangreichere Verletzungen gegeben“, erklärte Dr. Freislederer. Der sich bessernde Defekt im Gehirn war nach Ansicht der Ärzte vor der Geburt entstanden: „Es ist auszuschließen, dass dieser Defekt durch eine Gewalteinwirkung von außen entstanden sei“. Eine Familienhelferin beobachtete außerdem, die Eltern begegneten ihren Kindern wohlwollend und liebevoll.

Die Inobhutnahme des Kindes war rechtswidrig

Die Inobhutnahme des Kindes war rechtswidrig, stellte daher auch das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen klar. „Es spricht nichts für die Annahme einer dringenden Gefahr“, betonte Vorsitzender Richter Dr. Pesch. Das Kind war ja im Hospital, und die Mutter war mit den Untersuchungen der Ärzte einverstanden. „Jedenfalls war Zeit genug, eine familiengerichtliche Entscheidung herbeizuführen“, betonte der Richter.

Das Jugendamt hält es aber offenbar für üblich, den Eltern erst die Kinder wegzunehmen und danach das Gericht entscheiden zu lassen, ob das korrekt war. Dies sei „die ständige Praxis des Jugendamtes“, argwöhnt Rechtsanwalt Matthias Nölting. Stadtsprecher Torsten Albrecht erklärt nach Rücksprache im Hause auch: „Wir akzeptieren das Urteil, aber das führt nicht dazu, dass wir unsere Praxis ändern.“

Kinder den Eltern in Eigenregie weggenommen

Dabei hatte das Verwaltungsgericht erst vor wenigen Tagen erneut geurteilt, dass dies rechtswidrig ist. „Mit seinen Entscheidungen schloss sich das Gericht der von sämtlichen Familienrichtern des Amtsgerichtes und einer Vielzahl von Rechtsanwälten vertretenen Auffassung an, dass das Jugendamt geltendes Recht bricht, wenn es Kinder in Gefahrensituationen den Eltern in Eigenregie wegnimmt, obwohl die Zeit ausreichen würde, eine Anordnung des Amtsgerichtes herbeizuführen“, meinte Nölting. Richter Dr. Pesch war noch deutlicher: „Es ist - in einer Fallgestaltung wie hier - ein Missbrauch, sich unter Umgehung des Familiengerichts mit hoheitlichen Mitteln an Elternstelle zu setzen“.

Norbert Jänecke

Pseudowissenschaft in familiengerichtlichen Gutachten?

von Monika Armand, 12. Oktober 2008, 18:54

oder: Die Probleme psychologischer Gutachten bei erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen

Rein definitorisch ist "Psychologie die Wissenschaft, die sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen und Tieren befasst." (zit. nachPsychologie) und  "Erziehungswissenschaft, (die) wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Erforschung von Bildungs-, Erziehungs- oder Unterrichtsprozessen in schulischen und außerschulischen Praxisfeldern beschäftigt...."(zit. nach Erziehungswissenschaft).

Für die Erziehungswissenschaften wiederum ist die Psychologie "Hilfswissenschaft" (=Hilfswissenschaft, Wissenschaft, deren Ergebnisse oder Methoden für eine andere notwendig sind, siehe:Hilfswissenschaft ), d.h. die Psychologie als Wissenschaft übernimmt im erziehungswissenschaftlichen Theoriebildungs- und Forschungsprozess die Aspekte des menschlichen Erlebens und Verhaltens.


Im Rahmen von Sorgerechtsverfahren bei Scheidung oder Kindesentzug (Fremdunterbringung) durch das Jugendamt, stellen Familienrichter oft die Frage nach einer "Erziehungsfähigkeit" der Eltern.
Im Scheidungsverfahren wird diese Frage gestellt, im Glauben, man könne "messen", welcher Elternteil für die Erziehung des Kindes/ der Kinder besser geeignet sei.
Im Jugendamtsverfahren wird diese Frage gleichfalls so formuliert, obwohl hier eigentlich die Frage gestellt werden müsste "Gefährden die Eltern oder ein Elternteil das Kindeswohl"

Für diese Fragestellungen werden vornehmlich psychologische GutachterInnen von FamilienrichterInnen beauftragt. Dies hängt damit zusammen, dass Juristen glauben, Psychologen könnten diese Frage besser als sie selbst beantworten, da die juristische Ausbildung keine wissenschaftliche Ausbildung der Fachrichtungen "Psychologie und Erziehungswissenschaft " beinhält.

Leider besitzen nur wenige Psychologen dieselbe Bescheidenheit, wie ihre Kollegen aus der juristischen Fakultät:
Denn in der Regel sieht die Fachrichtung Psychologie keine weitere wissenschaftliche Ausbildung in der Fachrichtung "Erziehungswissenschaft" vor und so fehlt Psychologen notwendiges Hintergrundwissen, um die gestellte Gutachtenaufgabe fachlich und wissenschaftlich abschließend und fundiert zu beantworten.

An dieser Stelle entsteht daher eine Kluft zwischen dem Anspruch an ein gerichtspsychologisches Gutachten und den fachlichen Möglichkeiten der Gutachter:

Ein Gutachten soll gem. des aktuellen Standes der Wissenschaft verfasst und als solches "wissenschaftlich" sein. Wenn nun Psychologen ein Gutachten erstellen und die "Erziehungskompetenz" oder "Erziehungsfähigkeit" mit ihren Methoden überprüfen wollen, verlassen sie allerdings ihren Kompetenzbereich. Dasselbe Problem ist gegeben, wenn erzieherisch gesehen, eine "Kindeswohlgefährdung" gemessen werden soll.

Warum? Wie bereits oben beschrieben, erforschen die Erziehungswissenschaften die Voraussetzungen und Bedingungen von Erziehung. Die Psychologie konzentriert sich mehr auf den einzelnen Menschen als "Forschungsgegenstand".

Nun könnte man durchaus einwenden, dass - da sich Psychologen mit dem Erleben und Verhalten von Menschen beschäftigen-, diese durchaus dazu befähigt scheinen, auch Aussagen darüber zu treffen, wann das Kindeswohl gefährdet sei, oder zu bestimmen, welche Person der/die bessere "ErzieherIn" sei.

Ja, sie können ungefähre ! Aussagen darüber treffen, welche "Eigenschaften" jemand hat (=> Persönlichkeitstests), welche Formen von Erziehungsstilen in etwa praktiziert werden, wie "intelligent" jemand laut den Testkriterien von Intelligenztest ist. Sie können"Bindungen" zwischen Personen grob erfassen und Hinweise auf psychische Erkrankungen feststellen (die Diagnose von psychischen Erkrankungen ist dabei approbierten Psychologen und Ärzten vorbehalten, d.h. ein Psychologiestudium reicht dafür nicht aus) etc. etc.

Um all das festzustellen nutzen sie unterschiedliche Testverfahren, d.h. Tests und Beobachtungen bestimmen die Vorgehensweise. Nun haben Psychologen - wie alle anderen Humanwissenschaften auch- das Problem, dass immer nur ungefähre Aussagen getroffen werden können, dass Überprüfungen mittels Tests davon abhängig sind, ob die Testkonstruktion für das zu Erfassende geeignet ist, ob die Tests auch das messen, was sie vorgeben und ob die Tests dann auch genau messen. Dabei sehen sich die Gutachter mit dem unlösbaren Problem konfrontiert, dass selbst noch die einfachste Verhaltensweise so komplex ist:

"dass für ihre testpsychologisch gültige Erfassung nicht nur ein Prädikator ausreicht, sondern ein ganzer Merkmalskomplex mit möglichen gegenseitigen Abhängigkeiten und wechselseitigen Beziehungen gedacht werden muss, um die betreffende Verhaltensweise erschöpfend zu charakterisieren" (Zitat aus: Siegfried Grubitzsch: Testtheorie und Testpraxis- Psychologische Tests und Prüfverfahren im kritischen Überblick, Rowohlt 1991, Seite 157)

Die Testung selbst ist dann noch abhängig von der Person des Testers, sie ist abhängig von der Beziehung des Getesteten zum Tester, sie ist u.U. von der Situation, der Verfassung des Getesteten und der Tageszeit abhängig etc. etc. Dann gibt es Tests, welche eher einem Ratespiel, als einer genauen Testung gleichkommen. Gerade Tests, welche für den Beziehungsbereich (Bindungen, Familienbeziehungen, Erziehungsstile, Messung der Intelligenz, des Entwicklungsalters etc.) bedeutsam sein könnten, sind meist wenig objektiv, messen nur sehr unzuverlässig und messen oft nicht, was sie vorgeben zu messen. Dennoch werden in Gerichtsgutachten auch derart unzuverlässige Tests verwendet und am Ende der Testung und Beobachtung festgestellt:

Herr oder Frau SoundSo sind aus psychologischer Sicht eingeschränkt erziehungsfähig oder gar
Herr oder Frau SounSo sind aus psychologischer Sicht erzieungsunfähig

Eine solche Feststellung ist aus nüchterner, wissenschaftlicher Sicht absolut unhaltbar. Hier wähnen sich einige Psychologen in einer Omnipotenz, welche sie weder persönlich noch via wissenschaftlichem Studium besitzen (können) und sie verursachen Schicksale, welche auf einem solchen Entstehungshintergrund, auf absoluter Willkür beruhen. Jeder Betroffene müsste sich gegen ein Gutachten mit einem solchen FAZIT mit juristischen Mitteln wehren, denn sie erfüllen die Voraussetzungen des Bundesgerichtshofes in keiner Weise:

"Die Untersuchungsergebnisse von Sachverständigen können in der Rechtsprechung nur dann Anerkennung finden, wenn die Methoden, mit denen sie gewonnen werden, nachprüfbar sind...." (BGH AZ 3 StR 113/75)"

Bildlich gesprochen können so komplexe Konstrukte wie "Erziehung" oder die "Fähigkeit zur Erziehung" weder theoretisch, noch über Testverfahren gemessen werden. Da bis heute keine Kriterienbestimmungen darüber existieren, was unter "Erziehungskompetenz" zu verstehen ist, kommt dies einem Schuss auf eine Zielscheibe gleich, welche sich je nach der Person, welche den Schuss abgibt, nachträglich den schwarzen Punkt auf die Stelle setzt, wohin zuvor die Person geschossen hatte......

Nachprüfbar hieße, dass die psychologischen Gutachter ihre theoretischen Konstrukte, welche sie in ihren Testungen und Beobachtungen verwenden auch erklären würden. Sie müssten also nachvollziehbar erläutern, was sie unter "Erziehungsfähigkeit" verstehen und mit welchen Methoden sie diese erfassen wollen. Sie müssten erläutern, aus welchen Gründen sie bestimmte Testformen verwenden, was diese Tests messen sollen und ob die Tests die verlangten Gütekriterien erfüllen.

Gerade an dieser Stelle geraten Psychologen in unsicheres Fahrwasser. Denn Fragen der Erziehung sind ursprünglich nicht das Gebiet ihrer Wissenschaft. Sie können aufgrund ihres fehlenden theoretischen Hintergrundwissens daher nicht erläutern, was sie unter Erziehungskompetenz verstehen, mit welchen Tests man diese messen könne und aus welchen Einzelfaktoren sich die Erziehungskompetenz zusammen setzen soll. So lassen sie das, was sie eigentlich messen sollen unbestimmt und behelfen sich mit Allgemeinplätzen, bzw. legen ihrem Gutachten ihre ganz persönlichen und subjektiven Vorstellungen von Erziehung zugrunde. Dies dürfte auch die Erklärung dafür sein, warum Gutachten in Familiengerichtsverfahren aus (erziehungs-)wissenschaftlicher Sicht überhaupt nicht haltbar sind und wissenschaftliche Begründungen für die dort gefällten Urteile gar nicht oder nur unzureichend vorhanden sind.

Gerne wird in Gutachten mit "Erziehungsstilen" gearbeitet, d.h. die Komplexität erzieherischen Verhaltens wird auf wenige eingängige "Stile" reduziert. Diese Vorgehensweise mag ökonomisch sein und man kann sich mit dieser "Krücke" sprachlich über Erziehungsaspekte verständigen. Die Wertung allerdings bleibt im subjektiven Bereich des Gutachters und wird nicht diskutiert.

So wird der Anschein einer Wertfreiheit und Wertneutralität geweckt. Hier hinkt sogar der Verweis auf die "wissenschaftliche" Erziehungsstilforschung, denn:

"Vor allem an der empirisch-analytischen Wissenschaftsauffassung orientierte Forscher klammern Entscheidungen über Zielsetzungen erzieherischen handelns meist völlig aus und weisen diese anderen, außerwissenschaftlichen Instanzen zu. (..).Diese strikte Ziel-Mittel-Trennung kollidiert jedoch mit dem auch in empirischen Arbeiten zu Erziehungsstil vorwiegend benutzten "kryptonormativen Vokabular". Unterscheidungen wie "demokratisch und autokratisch" oder sozialintegrativ und autoritör" sind mit bestimmten gesellschaftlichen und politischen Bedeutungen behaftet, die Wertpräferenzen suggerieren und damit die vorgebliche Neutralität empirischer Aussagen von vornherein unterlaufen." (Zitat aus: Dieter Lenzen, Pädagogische Grundbegriffe Bd.1, Rowohlt, Seite 479)

Klare Verhältnisse mit eindeutigen Kindeswohlgefährdungen, wie Missbrauch und Misshandlungen, lassen sich auch ohne Gutachter leicht klären. Zu diesen Fragen gibt es gesellschaftliche Übereinkünfte.

Wenn es um die "Erziehung" geht, sieht das allerdings völlig anders aus. Wir leben in einer sog. pluralen Gesellschaft und die Erziehungswissenschaft kennt daher auch "plurale" Anschauungen darüber, wie "Erziehung" aussehen könne. Hier hilft zwar die Psychologie festzustellen, ob die eine oder andere Verhaltensform zu unterschiedlichen ggf. entwicklungsschädlichen und anderen Konsequenzen führen kann. Doch eine Aussage zur Erziehungsfähigkeit geht weit darüber hinaus und kommt dem Versuch eines Blinden gleich, welcher ungefähr die Richtung einer aufgestellten Zielscheibe kennt und dann auf den Mittelpunkt zielt ...

FAZIT:

Viele psychologische Gutachter "glauben" daran, Faktoren der "Erziehung" erfassen zu können und damit eine Aussage zur "Erziehungsfähigkeit" treffen zu können. Im deutschen "psychologischen Gutachterwesen" fehlen meist Selbstreflexion und Selbstkritik. Zu sehr sind Gutachter finanziell abhängig von ihren Auftraggebern. Eine Verantwortungsübernahme für die zu Begutachtenden und für die Folgen einer "fachpsychologischen" Stellungnahme sucht man vergebens. Nur wenige Gutachter weisen darauf hin, welche Sachverhalte mit großer Wahrscheinlichkeit zutreffen und nur wenige unterlassen wissenschaftlich nicht klar feststellbare, stigmatisierende, die Zukunft nachhaltig beeinflussende Empfehlungen an die Famileingerichte. Gleichfalls vermisst man Hinweise darauf, welchen Grenzen grundsätzlich Gutachten ausgesetzt sind. Auch etwaige "Nebenwirkungen" bleiben außer Acht.

(Gute) Erziehungswissenschaftler "wissen", dass Erziehung komplex ist und de facto nur in Teilbereichen und auch dort nur sehr oberflächlich "gemessen" und "beobachtet" werden kann. In der Erziehungswissenschaft existiert aus diesem Grunde ein Begriff wie "Erziehungsfähigkeit" nicht.

d.h. also Pseudowissenschaft in familiengerichtlichen Gutachten?

Links:

*Bildquellen Pixelio: Der vermessene Mensch (c) Stephanie Hofschläger, Zielscheibe (c) Gerd Altmann

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Vater streitet um mehr Umgang mit Kind

  • Für einen Vater war die Schuleinführungsfeier seines Kindes im Orlatal eher keine.
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Ämter und Einrichtungen gehen willkürlich mit Eltern um, sagt Werner H. und verallgemeinert dabei seine Erlebnisse.
Pößneck. Nur ein, so wörtlich, "Gewaltakt", gemeint ist wohl eher ein Kraftakt, habe ihm möglich gemacht, am 20. August der Schuleinführung seines Kindes in der Orlaregion beizuwohnen. "Ich musste bis zur höchsten Instanz der Schulen, dem Kultusministerium, gehen. Jeder andere hätte aufgegeben, weil er nicht weiterkommt", meint H. Der bei Stuttgart lebende Vater strebt einen intensiveren Umgang mit seinem Kind an, das einen Monat nach der Geburt in eine Pflegefamilie kam. Warum die Herauslösung aus der Familie erfolgte, sagt H. nicht. Nur soviel: "Ich bin weder kriminell noch habe ich Alkoholprobleme", ist sich der Vater keiner Schuld bewusst. Im Januar 2010 hatte das Amtsgericht Pößneck per Beschluss den Eltern die elterliche Sorge für das Kind entzogen. Im Dezember regelte das Amtsgericht "einen begleiteten Umgang des Vaters mit seinem Kind an jeweils vier Tagen im Jahr". Hiergegen legte H. Beschwerde ein, er strebt einen weitergehenden Umgang an. Auf diese Beschwerde und auch jene des Amtsvormundes und des Jugendamtes des Saale-Orla-Kreises beschloss der 1. Familiensenat des Thüringer Oberlandesgericht in Jena im April dieses Jahres, den Beschluss des Pößnecker Amtsgerichtes aufzuheben. Das Verfahren leide an wesentlichen Mängeln, wie es in der Begründung heißt. Ein neuer Gerichtstermin stehe im Oktober an, sagt H.
 
Zuvor wollte er jedoch an der Schuleinführung seines Kindes teilnehmen. Wegen des Termins und des Ortes hatten er und sein Anwalt sich schriftlich und telefonisch an das Jugendamt im Landratsamt Saale-Orla, die mögliche Schule, das Schulamt Jena-Stadtroda und das Kultusministerium gewandt. Das Schulamt habe ihm schließlich die Daten mitgeteilt, so H. "Aber ich musste zur Schuleinführung mit der Mutter in der letzten Reihe sitzen, konnte meinen Sohn nur von hinten sehen und nicht mit ihm reden", beklagt der Vater. Die Polizei war ebenfalls vor Ort, dem Vernehmen nach vorsorglich gerufen von der Schulleiterin, die sich wohl um den ungestörten Ablauf der Feier Sorgen gemacht hatte. Vorfälle registrierte die Polizei dann aber nicht, informierten die Beamten auf OTZ-Anfrage. Das Jugendamt gab trotz wiederholter Anfragen zu diesem Fall keine Auskunft. Es sei ihm "unter Berücksichtigung eines laufenden Verfahrens, des Sozialdatenschutzes und des Kindeswohls nicht möglich", die Fragen zu beantworten, hieß es zuletzt gestern. Neben dem jetzt eingeschulten Kind lebt ein weiteres schulpflichtiges Kind von Werner H. in einer Pflegefamilie im Saale-Orla-Kreis.

Sandra Hoffmann / 30.08.11 / OTZ
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Kommentare
 
31.08.11 - 11:56
Deutschlands Väter
Ein abgekartetes schmutziges Spiel. Wieder steckt das Jugendamt ganz tief in diesem schmutzigen Intrigenspiel drin. Die haben jeglichen Bezug zur Realität verloren. Das ist faschistischer Femminismus. Der Vater gehört nicht in die letzte Reihe und hat gerade an solch einem wichtigen Tag alle Rechte eines Vaters. Er soll sein Kind drücken , er muss seine Glückwünsche persönlich überbringen können. Was sind da nur für Hexen ab Werk? So geht das nicht weiter. Wieso lässt man ungebildete/unqualifizierte/ sozial inkompetente Sachbearbeiter auf Kinder und Väter los? Es wird Zeit das die Gleichstellung mit der Sorgerechtsreform kommt und dieses Kindergequäle aufhört. Jedes Kind hat von Geburt an VATER und Mutter. Selbstverständliches Sorgerecht ab Geburt für alle Väter, Umgangsrecht in Form von Wechsel- und Doppelresidenzmodellen sichert den Kindern eine gesunde Entwicklung mit beiden Elternteilen auch nach einer Trennung.
30.08.11 - 18:10
Werner Hoeckh
Hallo Burkhard, habe mich sehr gefreut, dass du diesen Artikel so schnell gefunden und kommentiert hast. Es handelt sich um meinen Sohn Felix Marcel, der vom Jugendamt Schleiz vor 6 1/2 Jahren von seiner Schwester getrennt wurde, natürlich zum "Wohle des Kindes"! Obwohl Felix Marcel in Ranis und seine Schwester Geraldine Michelle nur 25 km entfernt von ihm in Friesau leben muss, dürfen sie keinen Kontakt zueinander haben. Das FACHPERSONAL dieses JA verhindert bewusst, dass ein Kontakt zwischen den Geschwistern entstehen kann. JugendamtsgeschaedigteEltern(at)web.de veranstaltet am 20.09.2011 (Weltkindertag) in Stuttgart-Zentrum eine Demo für alle "entsorgten" Kinder. Ich würde mich sehr freuen, wenn viele diesen Aufruf sehen und kommen würden. Auf Facebook bin ich unter meinem Namen Werner Hoeckh auffindbar. Alles Gute
30.08.11 - 17:41
Burkhard Schulz
Es ist einerseits erfreulich, dass es ein so wichtiges Thema in die Medien schafft. Nur leider nimmt sich die Autorin des Themas sehr tendenziös an. Schon der Terminus "streitet" in der Überschrift rückt den Vater in die Nähe eines Störenfrieds, was dan im Text weiter betrieben wird. Dann erfolgt schon in der zweiten Überschrift eine Wertung ("verallgemeinert"). Mit dieser Sicht der Dinge, die zugegebener Maßen undiferenziert ist, steht er nicht allein. Diese Erfahrung müssen viele Eltern (insbesondere Väter) machen. Man erkundige sich mal zum Beispiel beim Verein "Väterteraufbruch für Kinder" Ich vermisse in dieser Berichterstattung die Fokussierung auf das Kind. Was bedeutet es wohl für ein Kind, nur 4 Male im Jahr seinen Vater sehen zu dürfen? Dazu fällt der Autorn dann keine Bewertung ein. Mir schon: Das ist ein schreiendes Unrecht, ein Akt seelischer Grausamkeit. Und ich ahne leider schon die Reaktion vieler Leser: "Die werden schon wissen, warum sie dem Vater den Umgang beschränken..." Hier wirkt untergründig das tief verwurzelte Vorurteil des gewalttätigen "bösen" Vaters. Als ob es nicht ein legitimes Anliegen eines Vaters (oder einer Mutter) ist, sein Kind (ob Mädchen oder Junge teilt uns die Journalistin leider nicht mit.)so oft wie möglich zu sehen. Wie sehr viel anders hätte dieser Artikel wohl gelautet, wenn es sich dabei um eine Mutter gehandelt hätte. Die Solidarisierung der Autorin und der meisten LeserInnen wäre ihr wohl sicher gewesen. Hut ab vor diesem Vater, der die Kraft für Engagement hat, sich für das Wohl seiner Tochter und eine gelebte Vater-Tochter-Beziehung konstruktiv einzusetzen! Ihm ist Erfolg oder zumindest Kraft zu wünschen! Ich wünsche mir, dass es die beteiligten Institutionen schaffen, die Perspektive dieses Kindes einzunehmen und alles dafür tun, dessen psychisches Leid zu mindern.

Urteil: Katholische Kirche darf als "Kinderficker-Sekte" verleumdet werden

Archivmeldung vom 15.02.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.02.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt. Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
 
Bild: Susann von Wolffersdorff  / pixelio.de
Bild: Susann von Wolffersdorff / pixelio.de
Die katholische Kirche darf laut aktuellem Gerichtsbeschluß des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten als "Kinderficker-Sekte" beleidigt werden. Katholische Christen sind demnach Mitglieder einer Kinderficker-Sekte - und der Papst wäre Chef einer kriminellen Vereinigung. Der Berliner Polizeipräsident bzw. die Staatsanwaltschaft StA hatte Anklage gegen Jörg Kantel, den Betreiber der Webseite "Schockwellenreiter", erhoben, weil Kantel die kath. Kirche mit dieser Schmähkritik verleumdet hatte; dabei berief sich die StA auf § 166 StGB. Doch die Richterin verweigerte die Eröffnung eines Hauptverfahrens.

Das Gericht begründete seinen allerdings noch nicht rechtskräftigen De-facto-Freispruch damit, es gäbe "in der Tat heftige Diskussionen in der Öffentlichkeit zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche". Der Gerichtsentscheid sei "bedingt durch die in den letzten beiden Jahren bekannt gewordenen, zahlreichen Fälle von Mißbrauchshandlungen von katholischen Geistlichen und anderen Mitarbeitern der katholischen Kirche."

Daher sei der Ausdruck "Kinderficker-Sekte" nicht geeignet, den "öffentlichen Frieden zu stören", verkündete die Richterin - und insoweit gäbe es auch keinen Straftatbestand nach §166 Religionsbeschimpfung.

Die Staatsanwaltschaft kann bis eine Woche nach der Beschlußfassung noch Einspruch dagegen erheben.

Der Betreiber der Webseite ‘Schockwellenreiter’ hatte unter dem Titel "Neues vom Ayatollah aus Köln" am 29.6.2011 Folgendes veröffentlicht: „Das Kölner Oberhaupt der Kinderficker-Sekte hat sich mal wieder zu Wort gemeldet: Kardinal Joachim Meisner hat die Abtreibung als »täglichen Super-GAU« verurteilt."

Vor der Anklage der Staatsanwaltschaft gab es einen Briefwechsel zwischen Kantel und dem Berliner Polizeipräsidenten, der ihn über den Vorwurf der StA, Religionsgemeinschaften beleidigt zu haben, informierte. Kantel veröffentlichte diesen Brief und schrieb sodann dreist, er habe keine Religionsgemeinschaft beleidigt, weil Religionen ohnehin "eine Beleidigung jeglichen gesunden Menschenverstandes" seien.

Es gibt allerdings auch unter "Gottlosen" und Kirchenfernen anständige Leute.

Schon vor dem jetzigen Gerichtsbeschluß kritisierten glaubensfremde, atheistische Blogger, die auf gute Sitten, Toleranz und Fairneß aber durchaus Wert legen, diese massive Beleidigung der kath.Kirche, zB. der Betreiber der Webseite "Rock´n Roll", der bereits am 17.11.2011 unter dem Titel "Kinderficker-Sekte ist ein böses Wort" Folgendes klarstellte:

"Wie kann ein gebildeter Mensch sich solcher Stammtischparolen bedienen, alle Mitglieder der katholischen Kirche unter Generalverdacht stellen und so primitiv seine Abneigung gegenüber der katholischen Kirche zum Ausdruck bringen? ...

Er beruft sich auf Meinungs -und Pressefreiheit. Schön und gut – doch auch wenn ich meine Meinung frei vertrete, muss ich die Rechte der Anderen achten, die allgemein bekannten guten Sitten einhalten und darf nicht beleidigen. Und mit Pressefreiheit hat solch ein Ausdruck in meinen Augen nichts zu tun, höchstens mit schlechtem Benehmen. Ich selber halte von Glaubensgemeinschaften überhaupt nichts, schon gar nicht von den christlichen....

Auch wenn man selber kein gläubiger Mensch ist so wie ich, sollte man trotzdem die respektieren, die an irgendeinen Gott glauben und die Kirche anerkennen. Gerade eben muss ich an die Judenverfolgung im dritten Reich denken, als alle Juden über einen Kamm geschoren wurden."

Auch auf dem - beileibe nicht kirchenfrommen - Weblog "Rock-Hard" waren sich alle Debattenbeiträge im wesentlichen darin einig, daß der Vorwurf Kinderficker-Sekte "sagenhaft blöd" sei:
< http://forum.rockhard.de/rhf/viewtopic.php?f=17&t=54487&start=3015 >

Karin Weber schreibt in einem Leserkommentar an die klassisch-liberale Infowebseite "Freie Welt" am 14.2.2012 Folgendes:
"Wer weiß, warum die Kirche der Justiz quer im Magen liegt. Jedenfalls egal, was da vor Jahrzehnten gelaufen ist, ich würde trotzdem so einem Verein im Sinne des öffentlichen Friedens nicht erlauben, derartige Schmähungen öffentlich zu verwenden. Dies hat auch was mit Respekt, Verstand und Toleranz zu tun."

Bei diesem skandalösen Gerichtsurteil handelt es sich offenbar um die juristischen Sumpfblüten jener hysterischen Medienkampagne, die sich nicht um Fakten,Statistiken und wissenschaftliche Studien kümmerte, sondern sensationsgierig und scheinheilig gegen die Kirche polemisierte, vor allem gegen die katholische Priesterschaft.

Noch unlängst hat die amtlich beauftragte Pfeiffer-Studie klar dokumentiert, daß der Anteil katholischer Priester an Mißbrauchstaten weit unter dem Durchschnitt liegt:
< http://charismatismus.wordpress.com/2011/10/19/pfeiffer-studie-sexueller-misbrauch-in-deutschland-stark-rucklaufig/ >

Gleichzeitig muß man enttäuscht feststellen, daß es leider nur sehr wenige Bischöfe gab, die sich diesem antikirchlichen Kesseltreiben widersetzt haben, darunter der Regensburger Bischof Gerhard L. Müller, der daraufhin von vielen Medien und sogar aus kirchlichen Kreisen scharf attackiert wurde.

Zum Vergleich:

Als die österreichische Autorin Elisabeth Sabaditsch-Wolff äußerte, Mohammed sei "nach heutigem Rechtsverständnis ein Kinderschänder" gewesen, wurde sie von der Richterin Bettina Neubauer bzw dem Wiener Landesgericht wegen "Herabwürdigung religiöser Lehren" zu 480 Euro Geldstrafe verurteilt, obgleich historisch unbestritten ist, daß Mohammed mit einem 9-jährigen Mädchen die "Ehe" vollzog. Abgesehen davon geht es hierbei nicht um eine "religiöse Lehre", sondern um des "Propheten" persönliche Lebensführung.

Noch weitaus härter traf es die österreichische FPÖ-Politikerin Susanne Winter im Juni 2009: Wegen Islam-Kritik bzw. vor allem, weil sie erklärte, Mohammed sei aus heutiger Sicht ein "Kinderschänder", wurde sie zu drei Monaten bedingter HAFT und saftigen 24.000 € Geldstrafe verurteilt. Begründung des Gerichts: "Herabwürdigung religiöser Lehren" und "Verhetzung". Näheres hier: < http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/488095/Susanne-Winter_Urteil-wegen-Verhetzung-bestaetigt >

Noch kürzlich berichteten wir über eine Fatwa, ein islamisches Rechtsgutachten, worin Mohammeds Ehevollzug mit einer 9-Jährigen bestätigt und als "Allahs Wille" energisch gerechtfertigt wurde:

< http://charismatismus.wordpress.com/2012/02/05/fatwa-zu-mohammeds-heirat-mit-der-9-jahrigen-aischa/ >

Diese widersprüchlichen Urteile sind genau in diesem konkreten Fall auch der pro-jüdischen Webseite "Achgut" aufgefallen: < http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/zweierlei_kinderficker/ >

Ergebnis: Laut derzeitiger Un-Rechtssprechung im deutschsprachigen Raum dürfen unstrittige Tatsachen über Mohammed nicht geäußert werden, hingegen darf die katholische Kirche als Ganzes - und damit alle ihre Mitglieder - aufs übelste beleidigt und als kriminell verleumdet werden.

Anmerkung zum § 166 des StGB Strafgesetzbuch:

Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
1 Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften § 11 Abs. 3 den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
2 Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften § 11 Abs. 3 eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

Quelle: Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks in Münster

Störrische Mutter verliert Sorgerecht

finanztest 02/2010

Tragen geschiedene Eltern das Sorge­recht für ein Kind gemeinsam, dann müssen sie auch arrangieren, dass beide mit dem Kind Umgang haben können. Vereitelt einer den Kontakt des Kindes mit dem anderen, obwohl dazu kein Grund besteht, droht dem Quertreiber der Verlust des Sorgerechts.

Das Amtsgericht München hat in diesem Sinne einer Mutter das Sorgerecht für ihren Sohn entzogen, der bislang bei ihr lebte. Sie hatte ständig den Kontakt des Jungen zum Vater verhindert, obwohl dieser ebenfalls sorgeberechtigt war (Az. 551 F 5932/09).

Das Gericht schaltete eine Beratungsstelle und eine Umgangspflegerin ein und versuchte, in einem Mediationsverfahren zu vermitteln. Doch die Mutter gab nicht nach. Als auch die Drohung mit einem Zwangsgeld nichts nützte und die Frau das Kind weiter abschottete, kam es zur Verhandlung. Das Ende der traurigen Geschichte: Der Sohn lebt jetzt beim Vater, der nun weitgehend allein die elterliche Sorge trägt.

http://www.kinder-brauchen-beide-eltern.at

11.04.2012 – derwesten – Familiendrama in Düsseldorf – Mutter drohte mit Selbstmord

Düsseldorf. Sechseinhalb Stunden lang waren Polizei und Feuerwehr in Düsseldorf im Einsatz: Eine Mutter hatte gedroht, sich umzubringen, falls ihr ihr Kind weggenommen würde. Erst gegen Abend gab die Frau auf. Der 13-jährige Sohn wurde dem Jugendamt übergeben.

 

Die 49-Jährige blickt nach unten und schreit: „Ehe ihr mir mein Kind wegnehmt, bringe ich mich um.“ Nur einen Meter entfernt stehen Feuerwehrleute in den Körben von zwei Drehleitern und eine Spezialistin der Polizei, die beruhigend auf die Frau einredet.

Szenen eines sechseinhalbstündigen Nerven-Dramas am Fenster im vierten Stock eines Hauses an der Linienstraße in Oberbilk. Am Ende gelingt es den Männern eines Sondereinsatzkommandos die Marokkanerin, der Kindesentzug vorgeworfen wird, zu überwältigen. Ihren 13-jährigen Sohn übergibt die Polizei dem Jugendamt.

Familiäre Probleme führten zum Gerichtsbeschluss

Der Gerichtsbeschluss erging schon vor neun Monaten. Der Junge sollte in eine Einrichtung des Jugendamtes kommen. „Es gab familiäre Probleme. Näheres sagen wir dazu nicht“, betonte Peter Lukaczyk, Abteilungsleiter im Jugendamt. Doch die Mutter gab den 13-jährigen nicht heraus, sondern versteckte ihn an einem unbekannten Ort.

Heute Morgen bekam die Behörde den Tipp, der Junge sei jetzt in der Wohnung an der Linienstraße. Als Polizeibeamte dort gegen 11 Uhr klingelten, machte die 49-Jährige nicht auf, sondern verriegelte mehrfach die Tür und drohte damit, sich selbst zu töten. Nun beorderten die Leitstellen rund 50 Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter zum Einsatzort. Die nähere Umgebung wurde mit Flatterband abgesperrt. Dahinter verfolgten rund drei Dutzend Schaulustige das Geschehen. Die Feuerwehr positionierte ein Sprungkissen auf dem Gehsteig unterhalb des Fensters. Die Polizei-Expertin fuhr gegen 12 Uhr im Korb der Drehleiter nach oben. Sie redete immer wieder auf die 49-Jährige ein. Doch die Frau im grauen Pullover, die ein schwarzes Kopftuch trug, weigerte sich den Jungen, der sich in einem hinteren Zimmer befand, heraus zu geben. Vielmehr verlangt sie eine schriftlich Bestätigung des Jugendamtes, dass der 13-Jährige bei ihr bleiben könne.

SEK-Mann setzt Betäubungspistole ein

Als weitere Verhandlungsversuche scheiterten, ließ sich ein SEK-Mann in zivil in dem zweiten Drehleiterkorb nach oben hieven. Während die Expertin weiter mit der Frau sprach, wartete er einen günstigen Moment ab. Um 18.32 Uhr zückte der Beamte eine Betäubungs-Pistole und schoss der Frau in die Brust. Feine Fäden in dem Projektil, die elektrisch aufgeladen sind, setzten sie kurzzeitig außer Gefecht. Das nutzten andere Beamte, brachen die Tür auf und überwältigten die Marokkanerin.

Sie wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Heute wird entschieden, ob sie zur psychiatrischen Begutachtung in die Landesklinik kommt. Auch der Junge, der unverletzt blieb, aber einen Schock erlitt, wird sorgfältig untersucht, ehe das Jugendamt entscheidet, welche weiteren Schritte es einleitet.

Rüdiger Hoff

Quelle: derwesten – http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/familiendrama-in-duesseldorf-mutter-drohte-mit-selbstmord-id6547035.html

 

Kleine Clara († 4) Hätte das Jugendamt ihren Tod verhindern können?

Nur zwei Tage vorher erschien die Mutter nicht zu einem Termin

Hätte das Jugendamt den Tod der kleinen Clara († 4) verhindern können?

Spurensicherer auf dem Weg in das Wohnhaus, in dem das Kind entdeckt wurde

Foto: Jörg Bergmann
24.04.2012 — 13:58 Uhr

Von J. BERGMANN und M. LUKASCHEWITSCH

Erkner – Haben die Behörden im Fall der kleinen Clara (4) versagt?

Am Sonnabend entdeckten Polizisten das Kind tot in seinem Bett, erstickt mit einem Kissen. Die Fahnder ermitteln wegen eines Tötungsdelikts, nahmen Mutter Anne-Marie S. (20) fest, sie ist in einer Psychiatrie. Sie zog im November 2011 mit ihrem Freund in Erkner zusammen. Die Frau soll manisch-depressiv sein. Erkrankte erleben wechselnd extreme emotionale Hochs und Tiefs.

Jetzt stellt sich heraus: Anne-Maries Vater hatte das Jugendamt am 20. März informiert, weil er sich um seine Enkelin sorgte. Sechs Tage später klingelte eine Sozialarbeiterin vergeblich an der Wohnung. Auf Anrufe sei nicht reagiert worden. Daraufhin schickte das Amt lediglich eine „Ladung“ für den 19. April. Claras Mutter sagte den Termin kurz vorher telefonisch ab. Zwei Tage später war das Mädchen tot.

Ein Sprecher des Landkreises Oder-Spree: „Dem Jugendamt lagen in der Bearbeitung des Falles keinerlei Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohls vor.“ Clara starb gegen 6 Uhr morgens, stellte ein Mediziner fest. Sechs Stunden später wurde sie von den Beamten entdeckt. Ihre Mutter war im Bad, wollte offenbar Selbstmord begehen.

Staatsanwaltschafts-Sprecher Ulrich Scherding: „Die Frau konnte noch nicht vernommen werden.“

Titel entzogen! Jugendamts-Chef kein Doktor mehr

Titel entzogen!: Jugendamts-Chef kein Doktor mehr

Als Titel-Trickser überführt: Siegfried Haller

Foto: Anja Hofmann
19.04.2012 — 00:05 Uhr

Halle – Doktor adé! Leipzigs Jugendamts-Chef heißt jetzt nur noch Siegfried Haller. Seinen 2003 erworbenen Doktor-Titel hat die Uni Halle dem 57-Jährigen entzogen.

„Der Fakultätsrat hat den entsprechenden Beschluss des Promotionsrates einstimmig bestätigt“, informierte Dekan Prof. Dr. Burkhard Schnepel (57) im Anschluss an die Sitzung. Ein Fax an Hallers Anwalt war zu diesem Zeitpunkt bereits unterwegs.

Falls der Jugendamtsleiter seine Urkunde nicht nach Halle zurückschickt, geht die Sache vor Gericht. „Das ist der erste Fall in Mitteldeutschland und natürlich auch der erste an unserer Universität“, sagt Rektor Prof. Dr. Udo Sträter.

Siegfried Haller, so das Ergebnis einer seit Mai 2011 laufenden Prüfung, erwarb den Titel durch Irreführung und Täuschung. Der falsche Doktor hatte seitenweise abgeschrieben.

Elf Tage nach der Geburt von Ella-Jean Das Amt will mir mein Baby wegnehmen

  • Elf Tage nach der Geburt von Ella-Jean: Das Amt will mir mein Baby wegnehmen

    Kleine Ella-Jean Amt will mir mein Baby wegnehmen

    Tränen der Angst! Weinend drückt die junge Mutter ihr Baby an sich

    Foto: Marcus Posthumus
    1 von 3
23.04.2012 — 23:33 Uhr

Von MARTIN von SCHADE

HoyaDie junge Mutter presst ihr Baby fest an die Brust. Tränen der Angst kullern über ihre Wange. Ihre Ella-Jean ist erst elf Tage alt.

Doch das Jugendamt will ihr das Baby wegnehmen! Drei Tage nach der Geburt standen Jugendamtsmitarbeiter mit der Tragetasche am Mutterbett von Billie-Jean C. (19). Sie wollten den Säugling aus der Klinik mitnehmen. Billie-Jean: „Ich bin alleinerziehend. Der Vater hat sich aus dem Staub gemacht.“ Sie verweigerte die Herausgabe.

Tage später meldete sie sich in Hoya an, bezog ein Zimmer. Doch das Jugendamt von Nienburg, Außenstelle Hoya, ließ ihr keine Ruhe, versuchte erneut, ihr das Kind wegzunehmen. Gestern im Jugendamt Hoya. Drei Sozialarbeiter fordern Billie-Jean im Beisein von BILD barsch auf:

„Sagen Sie uns, wo das Kind ist. Wir bereiten die In-Obhutnahme vor.“ Die Mutter weigert sich. BILD will die Namen der Sozialarbeiter wissen. „Sagen wir nicht.“

Sie setzen die Mutter unter Druck, rufen dann um 15 Uhr sogar die Polizei. Die erscheint Minuten später. Verzweifelt fragt die junge Mutter:

„Warum tut ihr mir das an?“

Keine Antwort. Ein Zivilpolizist: „Gegen die Mutter liegt nichts Polizeirelevantes vor. Wir leisten nur Amtshilfe.“

Eine halbe Stunde später ein kleiner Erfolg: Die Amtsvertreter versprechen, ihr das Kind zu lassen, wenn ein Polizist und ein Sozialarbeiter das Baby in Augenschein nehmen können. Die Mutter stimmt zu. 15.44 Uhr: Neugierig beugen sich die Beamten über die Wiege. Ella-Jean schlummert friedlich. „Alles okay. Danke, ich hab‘ genug gesehen“, sagt der Sozialarbeiter. Beide Beamte verlassen das Haus.

Da kann Mutter Billie-Jean die Tränen nicht mehr zurückhalten. Sie schluchzt: „Ich habe solche Angst, weiß nicht, was die Behörden von mir wollen.“

Der Skandal um die kleine Ella-Jean Amt sieht doch keine Kindesgefährdung

Der Skandal um die kleine Ella-Jean: Amt sieht doch keine Kindesgefährdung

Die junge Mutter Billie-Jean C. mit der kleinen Ella-Jean

Foto: Marcus Posthumus
24.04.2012 — 23:31 Uhr

Von M. von SCHADE

Hoya – Hat das Drama um Ella-Jean (12 Tage alt) endlich ein Ende? Mitarbeiter des Jugendamtes wollten den gerade geborenen Säugling seiner Mutter Billie-Jean C. (19) wegnehmen. Angeblich war das „Kindswohl“ gefährdet.

Aber es gab dafür offensichtlich keinen „Herausgabebeschluss“ eines Familiengerichts. Die verzweifelte Mutter – die das Sorgerecht fürs Baby hat – hatte sich daraufhin an BILD gewandt. „Ich kann für die Kleine sorgen. Habe eine Wohnung, Freunde, Hebammen und Ärzte helfen mir.“

Nach dem BILD vor Ort war, ruderte das Jugendamt des Kreises Nienburg gestern zurück. Ein Sprecher: „Auch für uns steht jetzt fest, dass offensichtlich keine Kindeswohlgefährdung vorliegt.“ Die junge Mutter hat darüber hinaus den Oldenburger Rechtsanwalt Patrick Katenhusen beauftragt, ihr zu helfen. Der Anwalt: „Das Amt wurde von mir angeschrieben, mich von allen etwaigen Aktionen vorab zu informieren.

Nach dem Fall Kevin aus Bremen sind die Ämter in Norddeutschland sensibler geworden, die Zahlen von Baby-Wegnahmen sind gestiegen.“

Endlich eine richtige Familie Für dieses Lächeln hat BILD 5 Jahre gekämpft

  • Vanessa (8) und Tim (6)

    Vanessa (8) und Tim (6) sollten getrennt werden. BILD half, dass die zwei zusammen in einer Pflegefamilie aufwachsen können

    Foto: Marc Vollmannshauser
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18.04.2012 — 10:19 Uhr

Von S. KUSCHEL und D. IMÖHL

KiSchwerte – Ganz fest drückt Vanessa (8) ihren Bruder Tim (6) an sich, lächelt mit ihm in die Kamera.

Das war nicht immer so: Das Jugendamt holte sie aus einer Alkoholikerfamilie, wollte sie dann trennen. Fünf Jahre kämpften die vorläufigen Pflegeeltern um die Kinder – bis die Liebe siegte.

Jetzt sind sie eine richtige Familie!

Die Geschichte der Geschwister rührte Deutschland. 2007 holte das Amt die Kinder aus der Wohnung der leiblichen Eltern. Die Kinder waren verwahrlost, verdreckt, konnten kaum sprechen und laufen.

Das Jugendamt brachte die Kinder zu den Pflegeeltern Wolfgang (60) und Iris (57) K. nach Schwerte (NRW). Dann wurde der Fall aufgrund von Urlaubs- und Krankheitsfällen beim Amt lange nicht bearbeitet. Monate später meldeten sich die Behörden wieder, wollten die Kinder plötzlich ganz schnell trennen. Begründung: „Zur besseren Entwicklung.“

BILD schaltete sich ein, kämpfte mit den verzweifelten Pflegeeltern. Gutachten wurden in Auftrag gegeben, der Fall kam vor Gericht. Papa Wolfgang: „Es hat viel Kraft und Nerven gekostet. Wir wollten sie nie aufgeben.“

Mut und Ausdauer zahlten sich aus. Das Familiengericht Schwerte befand jetzt in einem abschließenden Beschluss (Az.: 13 F 213/09): Die Vormundschaft des Jugendamts ist erloschen. Jetzt sind die vier eine richtige Familie. Ihr Anwalt Andreas Perner (35) zu BILD.de: „Tim und Vanessa kann jetzt nichts mehr passieren. Am Ende haben Liebe und Vernunft gesiegt. Kein vernünftiger Mensch trennt zwei Geschwisterchen.“

Die Kinder sind glücklich: Tim ist gut in der Schule, begeisterter Kicker bei den Junioren. Vanessa liebt Mathe, spielt Theater und turnt im Sportverein. „Die beiden sind unser größtes Glück“, sagt Vater Wolfgang K. „Wir lieben sie wie unsere eigenen Kinder.“


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Sorgerechtsstreit: Vater droht mit Sprung von Rathaus

Pforzheim. Für Aufregung hat am Mittwoch den 02.05.2012 kurz vor 10 Uhr ein irakischer Familienvater im Jugendamt der Stadt Pforzheim gesorgt. Er drohte damit, sich aus dem dritten Stock des Rathauses in die Tiefe zu stürzen. Entzündet hatte sich dramatische Aktion an einem Streit ums Sorgerecht.

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Nach Angaben von Polizeisprecher Wolfgang Schick randalierte im Beisein seiner Frau und seiner drei Kinder der 42-Jährige und bedrohte die Sachbearbeiterin. Dabei kletterte er auf die Brüstung. Die Frau alarmierte die Polizei und die wiederum die Berufsfeuerwehr und die Rettungsdienste. Der Mann kletterte von sich aus von der Brüstung herunter und wurde samt seiner Familie von der Polizei aus dem Rathaus geleitet. Man erteilte ihm einen Platzverweis. Das nächste Gespräch mit der Vertreterin des Jugendamts wird in den Räumen des Polizeireviers Nord stattfinden. ol

Autor: Olaf Lorch-Gerstenmaier